Neuwagen Fahrberichte, Neuwagen Modelle, Neuwagen New´s. Alles rund um das Thema "Neuwagen"

Audi bei der Formel E: „Wir haben das Auto quasi ausgequetscht“

2016-10-10 15:21:36
Formel E - Auftakt 2016/2017: Stadtkurs im Schatten der Wolkenkratzer.
Foto:
Audi
Quelle:
Auto-Medienportal.Net
  • von
  • Alexander Voigt
ampnet - 10.10.2016: Wolkenkratzer soweit das Auge reicht. Schaut man vom „The Peak“, dem höchsten Punkt der ehemaligen britischen Kronkolonie, auf das heutige Hongkong, wird klar, was es bedeutet, wenn auf wenig Platz sieben Millionen Menschen leben. Direkt zu Füßen der berühmtesten Wolkenkratzer liegt der Hafen für die Fähren zwischen den beiden Stadtteilen Central und Kowloon. Gleich nebenan startete am Wochenende die dritte Saison der Formel E. Und es war nicht zu übersehen: Auch die Menschen in Hongkong lieben es, dass der Rennsport zurück in die Städte kommt. Sämtliche Tribünen waren voll besetzt.
Das erkennen auch die großen Automobilhersteller: Renault, der chinesische E-Auto-Produzent Next-EV, DS aus dem französischen PSA-Konzern, die indische Mahindra und der Volkswagen Konzern (mit Audi Sport) sind bereits da. In dieser Saison stößt Jaguar neu hinzu. Mercedes hat sich einen Startplatz ab 2018 reserviert. Und auch BMW steht mit dem Andretti-Team vor der Tür. Doch bisher ist das Team Abt Schaeffler Audi Sport die einzige deutsche Mannschaft. Die Ingolstädter haben mit Beginn der dritten Saison der Elektro-Rennserie ihr Engagement verstärkt und planen, die Formel E zur nächsten Saison zu einem Audi-Motorsport-Programm auszuweiten.

Das Besondere bei dieser Rennserie: Etwa nach der Hälfte der Renndistanz müssen die Fahrzeuge getauscht werden, weil die Batterien noch nicht die volle Distanz durchhalten. Beim Wechsel kommt es nicht auf die letzte Sekunde, sondern eher auf die Sicherheit an. Die Teams haben dafür 52 Sekunden Zeit. Dennoch muss jeder Handgriff sitzen.

Welche Konsequenzen diese besonderen Boxenstopps haben können, bewies in Hongkong das Team Abt Schaeffler Audi Sport: Nach einem Ausrutscher im Qualifying ging der Audi-Werksfahrer Lucas di Grassi als Vorletzter vom 19. Startplatz ins Rennen – eigentlich chancenlos. Dann zwang ihn ein unverschuldeter Unfall in der zweiten Kurve, als er einem Crash vor ihm nicht mehr ausweichen konnte, zu einem unplanmäßigen Boxenstopp zum Wechsel des defekten Frontflügels. Das warf ihn erneut an das Ende des Feldes zurück.

Eine Safety-Car-Phase nutzte di Grassi dann zu einem sehr frühen Autowechsel. Dadurch gelang ein beispielloses Comeback. Vor ihm lag am Ende lediglich Sébastien Buemi (Renault e.damms) und hinter ihm Nick Heidfeld für das Mahindra Racing Formula E- Team. „Es war eigentlich zu früh für den Autowechsel. Der bedeutete eine Menge Runden mit dem zweiten Auto. Mehr als geplant waren“, fasst di Grassi seine Gedanken auf den letzten Runden zusammen: „Mit einer übervorsichtigen Fahrweise habe ich jedes Joule ausgenutzt. Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, aber wir haben das Auto quasi ausgequetscht.“

Die Formel E steht in ihrem dritten Jahr immer noch für eine neue Idee im Rennsport: Formel-Boliden mit einer Batterie als Antriebsquelle. Spektakuläre Manöver, packende Duelle auf heißen Pisten rund um die Welt. In einem Monat ist die Formel E sogar mit einem Rennen in Marrakesch zu Gast in Afrika, bevor es Anfang 2017 über Südamerika zurück nach Europa geht. Das Finale verspricht ebenfalls einzigartige Bilder: Ende Juli 2017 endet die Saison im „Big Apple“ New York City. (ampnet/av)